Erdogans Staat? Die Türkei ‚von innen‘. Erfahrungen, Eindrücke und Ansichten

Das Bild der Türkei in Deutschland hat sich stark eingetrübt. Das Land wird mehr und mehr mit Präsident Erdogan gleichgesetzt, der in wenigen Jahren vom ‚Europäer des Jahres‘zu einer Hassfigur geworden ist, sich die Alleinherrschaft gesichert hat, alle Medien beherrscht, keinerlei Kritik oder Opposition duldet und seine Gegner massenweise verhaften lässt. Daher halten es viele für gefährlich oder nicht mehr für politisch korrekt, in die Türkei zu reisen.
Dieses Bild wird dem Land keineswegs gerecht: Die Türkei ist nicht Erdogan und Erdogan nicht die Türkei. Der türkische Präsident polarisiert und spaltet die Gesellschaft. Er wird von der einen Hälfte der Bevölkerung unterstützt, von der anderen aber abgelehnt. Es gibt Anzeichen dafür, dass Erdogan den Zenit seine Macht überschritten hat. Der Blick ‚von innen‘ zeigt zumindest auch eine dynamische und trotz Mediendominanz und Repression der Regierung durchaus lebendige türkische Zivilgesellschaft, die weiterhin mutig für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und den Erhalt der säkularen Ordnung eintritt. Europa und wir alle sollten ihr gerade deshalb beistehen und die vielfältigen Beziehungen nicht abbrechen, sondern ausbauen und vertiefen.

Dr. Hans Werner Schmidt war Leiter des Goethe-Instituts Schwäbisch Hall. Er hat mit seiner türkischen Frau viele Jahre in der Türkei gelebt und dort in Istanbul, Ankara und Izmir für das Goethe-Institut gearbeitet. Auch nach seiner Berufstätigkeit sieht er sich als Mittler zwischen beiden Ländern und Kulturen. Mit seinem Beitrag will er zu einem differenzierteren Türkeibild beitragen und für eine Vertiefung der Kontakte zwischen den Menschen werben.

Nagold 942663
In Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung
vhs in der Bahnhofstraße 41
Dr. Hans-Werner Schmidt, Schw.Hall/Izmir
Mi, 13.11.2019, 19:00
Gebührenfrei!

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