Europa - eine Geschichte seiner Kulturen

Nicht erst Corona hat es an den Tag gebracht: das europäische Projekt ist in kritischem Zustand. Im Moment der Gefahr zerfallen wir in nationale Einzelteile und riegeln uns intern voreinander ab. Kann man die Risse, die durch Europa gehen mit Milliarden kitten? Dazu der Brexit, der Zerfall der Ukraine, der schwelende Katalonienkonflikt, der Streit um Mazedonien, um nur einige Konfliktherde zu nennen. Es wird einer gewaltigen Anstrengung bedürfen, um verlorenes mentales Terrain wieder zurückzugewinnen und den kulturellen und politischen Raum zwischen den Großmächten neu zu definieren. Ein Anstrengung, die sich lohnen würde, denn Europa hat einige Errungenschaften vorzuweisen, die man gegen den Mainstream der Globalisierung unbedingt verteidigen muss. Viele sprechen abwertend von einem „Flickenteppich“ – ich finde es einer Überlegung wert, sich zu diesem Flickenteppich zu bekennen: ein aus heterogenen Bestandteilen zusammengesetztes, von feinen Fäden zusammengehaltenes Ganzes.
Jürgen Wertheimer, geboren in München, studierte Germanistik, Komparatistik, Anglistik und Kunstgeschichte in München, Siena und Rom. Seit 1991 ist er Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik in Tübingen. Er hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter gemeinsam mit Nicholas Conard »Die Venus aus dem Eis. Wie vor 40.000 Jahren unsere Kultur entstand« (Knaus, 2012). Seit 2017 leitet er das »Projekt Cassandra«, in dem die Literaturen krisengefährdeter Regionen auf die Darstellung möglicher Konfliktursachen analysiert werden.


Nagold 045088vf
In Kooperation mit der Konrad-Adenauer-Stiftung
KUBUS, Zwingerweg 7
Prof. Dr. Jürgen Wertheimer
Do, 08.10.2020, 19:00 Uhr
5,00 EUR
Mit Anmeldung


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